Fasten ist nicht gleich Fasten – Was Urinsticks über echten Stoffwechselwechsel verraten
- André Weber
- 24. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Die Realität ist deutlich komplexer.
In meiner Praxis arbeite ich regelmäßig mit Urinteststreifen, um während einer Fastenkur objektiv zu sehen, was im Körper tatsächlich passiert. Und genau hier zeigen sich oft spannende Unterschiede.
Ein aktuelles Beispiel aus der Praxis
Eine junge Fasterin, 25 Jahre alt, befand sich am 3. Fastentag.
Sie sagte mir:
„Mir geht es heute richtig schlecht. Die Tage davor waren viel besser.“
Viele wären jetzt überrascht. Man denkt doch: Tag 3 = alles läuft.
Aber ihr Urinstick zeigte etwas anderes:
Noch keine deutliche Ketonbildung
Der Körper war also noch nicht sauber in der Fettverbrennung angekommen
Die Zuckerspeicher waren leer – aber die Energiegewinnung aus Ketonen lief noch nicht stabil
Das ist genau die Phase, in der sich viele Menschen müde, gereizt, schwach oder „neben sich“ fühlen.
Warum das passiert
Wer vor dem Fasten viel Süßes, viele Kohlenhydrate oder häufig snackt, hat oft:
stärker gefüllte Glykogenspeicher
stärkere Insulinreize im Alltag
einen Stoffwechsel, der lange auf Zucker trainiert wurde
Dann dauert die Umstellung länger.
Fast gesagt:
Der Körper weiß theoretisch, wie Fettverbrennung geht – aber er ist aus der Übung.
Der Wendepunkt: Tag 4
Am nächsten Morgen kam sie erneut.
Ihre Worte:
„Mir geht es heute viel besser.“
Der neue Urinstick zeigte nun eine deutlich positive Ketonbildung – kräftig violett.
Ein klassisches Zeichen dafür, dass der Körper jetzt in die Ketose gewechselt hat.
Jetzt nutzt der Organismus zunehmend:
Fettsäuren
Ketonkörper
stabilere Energieversorgung
weniger Blutzuckerschwankungen
Viele beschreiben dann:
klareren Kopf
bessere Stimmung
weniger Hunger
mehr Ruhe im System
Warum das für Fastenkuren so wichtig ist
In vielen Fastenhäusern oder Gruppen wird gar nicht gemessen.
Dann heißt es oft:
„Sie fasten jetzt seit drei Tagen, das läuft.“
Aber läuft es wirklich?
Nicht jeder, der nichts isst, ist metabolisch bereits im therapeutischen Fasten angekommen.
Zwischen Nahrungsverzicht und echter Stoffwechselumstellung liegt ein großer Unterschied.
Was gutes Fasten ausmacht
Fasten sollte mehr sein als:
ein bisschen Brühe
Smoothies
Wellness
Kalorien sparen
Professionelles Fasten bedeutet:
1. Stoffwechsel verstehen
Wann beginnt Ketose wirklich?
2. Symptome richtig deuten
Ist Schwäche normal oder fehlt etwas?
3. Medizinisch begleiten
Blutdruck, Kreislauf, Urinwerte, individuelle Reaktionen
4. Personalisieren
Jemand mit hohem Zuckerkonsum startet anders als jemand metabolisch flexibel.
Mein Anspruch in der Praxis
Ich möchte Fasten nicht oberflächlich anbieten, sondern fachlich sauber begleiten.
Dazu gehören für mich – je nach Situation:
Urinanalysen
Ketonkontrolle
individuelle Beratung
Colon-Hydrotherapie zur Entlastung
Aufbauphase nach dem Fasten
Ernährung danach
Denn entscheidend ist nicht nur, dass jemand fastet – sondern wie gut der Körper ins Fasten findet.
Mein Fazit
Drei Tage nichts essen heißt nicht automatisch Ketose.
Jeder Stoffwechsel ist anders.
Wer Fasten professionell begleitet, erkennt diese Unterschiede – und nutzt sie therapeutisch.
Nicht nur weniger essen.
Sondern den Körper intelligent in Heilungsprozesse führen.
Wenn du wissen möchtest, wie dein Körper wirklich auf Fasten reagiert, begleite ich dich gerne individuell im Schwarzwald.














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