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Impfen bei Kindern: Zwischen Schutz, Sorge und einer sinnvollen Gesundheits-Einordnung

In meiner Praxis werde ich regelmäßig gefragt: „André, sollen wir unser Kind impfen lassen – oder lieber nicht?“Die meisten Eltern, die so fragen, sind weder „Impfgegner“ noch leichtgläubig. Es sind Eltern, die Verantwortung spüren – und die sich zwischen Schutz vor Infektionen und Angst vor Nebenwirkungen wiederfinden.

Mir ist wichtig, diese Gespräche nicht ideologisch, sondern medizinisch sauber, empathisch und nachvollziehbar zu führen. Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten und ihre Folgen. Das ist die Grundlage. Gleichzeitig gilt: Elternängste sind real – und verdienen eine ernsthafte, differenzierte Antwort.


1) Was Eltern meistens wirklich meinen, wenn sie nach „Impfschäden“ fragen


Typische Sorgen sind:

  • „Was, wenn mein Kind zu empfindlich ist?“

  • „Was ist mit Autoimmunerkrankungen, Allergien, Neurodermitis?“

  • „Kann der Körper das überhaupt gut verarbeiten?“

  • „Wie unterscheide ich normale Impfreaktionen von echten Nebenwirkungen?“

Hier hilft zuerst Klarheit über Begriffe:

  • Impfreaktion: erwartbare Reaktion des Immunsystems (z. B. Rötung, Müdigkeit, leichtes Fieber).

  • Nebenwirkung: unerwünschte Reaktion, die über das Erwartbare hinausgeht (meist dennoch vorübergehend).

  • Schwere unerwünschte Ereignisse: selten; werden in Deutschland/Europa systematisch erfasst und bewertet.

Viele typische Reaktionen treten innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen auf (bei manchen Lebendimpfstoffen auch verzögert nach etwa 1–2 Wochen).


2) Autoimmunität: „Impfungen machen Autoimmun“ – was sagt die Evidenz?


Die Befürchtung ist nachvollziehbar, weil Impfungen das Immunsystem aktivieren. Entscheidend ist aber: Aktivieren heißt nicht automatisch „krank machen“.

Die wissenschaftliche Gesamtschau über viele Impfstoffe und viele Autoimmun-Endpunkte zeigt insgesamt keine generelle, systematische Risikoerhöhung – es gibt Einzelsignale bei bestimmten Konstellationen, aber die pauschale Aussage „Impfungen verursachen Autoimmunerkrankungen“ ist so nicht haltbar.

Wichtig ist auch der oft übersehene Gegenpunkt: Infektionen selbst sind starke Immun-Trigger und können (je nach Erreger und Disposition) ebenfalls Autoimmunprozesse begünstigen.


3) Wo meine „These“ ansetzt: Resilienz statt Ideologie

Ich bin – kein absoluter Impfgegner. Ich halte es aber für sinnvoll, den Blick zu erweitern:Nicht jedes Kind reagiert gleich. Und nicht jedes Kind startet aus derselben „körperlichen Ausgangslage“ heraus.


Oxidative Belastung & antioxidative Kapazität – verständlich erklärt

  • Oxidative/nitrosative Belastung: vereinfacht gesagt ein Maß dafür, wie stark der Körper aktuell mit reaktiven Sauerstoff-/Stickstoffverbindungen „unter Druck“ steht – z. B. bei Entzündung, Infekten, Belastungen, Schlafmangel, Nährstoffmängeln.

  • Antioxidative Kapazität: beschreibt, wie gut der Körper diesen Druck puffern kann (enzymatisch und über Nährstoffe/Redoxsysteme).

Die entscheidende Logik ist das Verhältnis:

  • Hohe Belastung + niedrige Kapazität = „wenig Puffer“.

  • Hohe Belastung + noch hohe Kapazität = „Puffer vorhanden, aber möglicherweise am Arbeiten“.


Was diese Werte leisten können: eine zusätzliche Einordnung, ob ein Kind gerade „robust“ wirkt oder ob es sinnvoll ist, erst einmal systemische Stressoren zu reduzieren

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4) Glutathion: das zentrale Redox- und Entgiftungs-Molekül

Wenn man über „Verkraften“ spricht, landet man schnell bei Glutathion (GSH). Aus gutem Grund:

  • Glutathion ist ein zentraler intrazellulärer Redox-Puffer.

  • Es spielt zudem eine wichtige Rolle in der Phase-II-Biotransformation (u. a. über Glutathion-S-Transferasen), wodurch Stoffe wasserlöslicher werden und besser ausgeschieden werden können.


Warum manche Labore GSH in verschiedenen Immunzellen messen

Ein interessanter (und in Spezialdiagnostik genutzter) Ansatz ist die getrennte Betrachtung z. B. von Monozyten und Lymphozyten, um eher zwischen Rohstoff-/Syntheseproblem und Verbrauch/Entzündung zu unterscheiden.

Das ist fachlich spannend.


5) Mein praktischer Beratungsrahmen


Schritt 1: Klassische Impf-Sicherheitsfragen zuerst

Bevor man über Labore spricht, prüfe ich (gemeinsam mit den Eltern) die Basics, die auch in offiziellen Ratgebern im Vordergrund stehen:

  • Liegt eine akute, relevante Erkrankung vor (hohes Fieber, schwer krank)?

  • Gibt es bekannte schwere Allergien auf Impfstoffbestandteile?

  • Gibt es besondere Grunderkrankungen/Immunsuppression, die eine ärztliche Planung erfordern?

Das Entscheidende: Im Zweifel gehört die Impfentscheidung in die kinderärztliche Hand – ich begleite beratend, kläre ein, stabilisiere mit naturheilkundlicher Sicht und unterstütze die Gesprächsqualität.


Schritt 2: Resilienz-Check.


Wenn Eltern stark verunsichert sind oder das Kind eine Vorgeschichte hat (häufige Infekte, ausgeprägte Neurodermitis/Allergien, Erschöpfung, auffällige Entzündungszeichen), solte man über Folgendes sprechen:

  • Marker/Indizes zur oxidativen/nitrosativen Belastung

  • Marker zur antioxidativen Kapazität (immer im Kontext interpretieren)

  • ggf. Glutathion-Status in Spezialdiagnostik

Dabei formuliere ich ganz klar:

„Diese Werte können Hinweise liefern, wie viel biologischer Puffer gerade da ist.“

Schritt 3: Wenn Werte auffällig sind – was dann?

Dann geht es nicht um „nicht impfen“, sondern um:

  • Entzündungs-/Stressoren suchen (Schlaf, Darm, Infekte, Ernährung, Belastungen)

  • Nährstoffgrundlagen klären (z. B. Protein-/Aminosäureversorgung als Baustein für körpereigene Systeme)

  • antioxidative Basis stärken (alltagsnah: Ernährung, Tagesrhythmus, Belastungsreduktion)


Und wenn eine Impfung zeitnah medizinisch wichtig ist: Parallelplanung mit Kinderarzt, ggf. Termin so legen, dass das Kind nicht gerade „mitten im Infektmodus“ ist.


6) Exkurs COVID-Impfung, Spike-Protein, „Post-Vac“ (weil es häufig gefragt wird)


Bei COVID-19-Impfstoffen richtet sich die Immunantwort gegen das Spike-Protein. Dass Spike nach Infektion und nach mRNA-Impfung gebildet werden kann, ist grundsätzlich korrekt.

Es gibt Forschung dazu, ob frei zirkulierendes Spike (ungebunden) in speziellen Konstellationen nachweisbar ist und welche Bedeutung das hat – z. B. in Studien zu seltenen Ereignissen wie Myokarditis nach mRNA-Impfung. Die Interpretation ist komplex und keinesfalls 1:1 auf „Kinderimpfen allgemein“ übertragbar.

Wichtig ist die Einordnung der zuständigen Behörde: Der Begriff „Post-Vac“ ist keine medizinisch klar definierte Diagnose, die Datenlage ist heterogen, und Kausalität ist im Einzelfall oft nicht belegbar.


Wenn Eltern hier konkret Sorgen haben, ist mein Rat: nicht im Internet verlieren, sondern strukturiert (Kinderarzt + ggf. Spezialdiagnostik bei klarer Symptomatik) vorgehen.


7) Fazit: Eine gute Haltung für Eltern (und für uns Behandler)

  • Impfungen sind ein hochwirksamer Schutz vor schweren Infektionskrankheiten – das ist der Ausgangspunkt.

  • Ängste verdienen Respekt, aber auch Evidenz und Struktur.

  • Oxidative Belastung, antioxidative Kapazität und Glutathion sind biologisch relevante Konzepte – sie können helfen, die „Körper-Resilienz“ zu besprechen.

  • Weg von Angst-Debatten, hin zu einem konkreten Gesundheitsplan, der das Kind insgesamt stärkt – und der die Impfentscheidung ruhiger und informierter macht.

 
 
 

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André Weber

Heilpraktiker mit Schwerpunkt Heilfasten, Darmgesundheit und TCM-Ernährung.

Ich begleite Fastenkund:innen persönlich – klar strukturiert, alltagstauglich und mit Blick auf Verdauung, Energie und Regeneration.

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